Kom­mis­sionier- und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­niken

Kommissionierung-Automatisierung
Im Rahmen von Unter­neh­mens­ver­än­de­rungen stellt sich die Frage nach dem Auto­ma­ti­sie­rungsgrad. Sollen Pro­zesse voll­au­to­ma­ti­siert oder lediglich teil­au­to­ma­ti­siert werden? Welche Logis­tik­systeme sind für die Art des Geschäfts die rich­tigen? Welche Arten von Kom­mis­sio­ner­tech­niken können ein­ge­setzt werden? Wie ver­halten sich die Kosten im Ver­hältnis zum Nutzen? Wie nach­haltig ist der gewählte Auto­ma­ti­sie­rungsgrad in Ver­bindung mit dessen Zukunfts­fä­higkeit! Wir ana­ly­sieren mittels eines abge­stimmten Daten­models, die Unter­neh­mens­daten. Daraus basierend können wir die pas­senden Systeme und deren Nach­hal­tigkeit defi­nieren. Die Analyse und Sys­tem­de­fi­nition erfolgt immer in enger Abstimmung mit dem Kunden und pro­zess­be­tei­ligten Mit­ar­bei­tenden. Die Sys­tem­planung wird mittels 3D-Software aus­ge­führt. So hat der zukünftige Anla­gen­be­treiber entlang des Pla­nungs­pro­zesses stehts die Mög­lichkeit, seine Anlage im Detail auf seine Bedürf­nisse anzu­passen. Ziel dieser Vor­ge­hens­weise ist das Schaffen einer hohen Sys­te­mak­zeptanz sowie das dafür not­wendige Pro­zess­ver­ständnis. Über den Grad der Auto­ma­ti­sierung, nebst der Daten- und Waren­strom­analyse, ent­scheidet zuletzt immer auch der per­sön­liche Dialog mit dem poten­zi­ellen Anla­gen­be­treiber. In unserem Blog möchten wir einige Kom­mis­sionier- und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­niken vor­stellen, mit denen wir uns innerhalb unserer Bera­tungs­pro­jekte beschäf­tigen.  Welche Anfor­de­rungen ent­scheiden eigentlich über die geeignete Methode respektive über den Einsatz der „rich­tigen“ Auto­ma­ti­sie­rungs­technik?

Person-zu-Ware

Um dem Wachstum der Arti­kel­sor­ti­mente und der immer kom­ple­xeren Dyna­mi­sierung der Kun­den­nach­frage gerecht zu werden, wurden Kom­mis­sio­nier­ver­fahren und Systeme tech­no­lo­gisch wei­ter­ent­wi­ckelt und mit einer höheren, künst­lichen Intel­ligenz aus­ge­stattet. Sind z.B. klas­sische, manuelle Lager­struk­turen gegeben, wird die Kom­mis­sio­nierung häufig nach dem Prinzip Person-zu-Ware durch­ge­führt, d.h. der Kom­mis­sio­nierer geht zum Lagerort eines Artikels und ent­nimmt ihn dort. Eine Effi­zi­enz­stei­gerung ist auch hier möglich. So bietet die Infor­ma­ti­ons­be­reit­stellung und ‑rück­meldung per Sprache (Pick-by-Voice) den Vorteil, dass der Mit­ar­beiter jederzeit seine Hände frei hat. In jüngster Zeit haben zudem Ansätze an Pra­xis­reife gewonnen, bei denen die sprach­lichen Infor­ma­tionen um visuelle Infor­ma­tionen (Pick-by-Vision) ergänzt werden. Dies geschieht mit­hilfe einer Daten­brille (Aug­mented Reality), was die Feh­lerrate gegenüber rein audio­ge­stützten Sys­temen senkt.

Ware-zu-Person

Je effi­zi­enter kom­mis­sio­niert werden kann, desto schneller ist die Ware beim Kunden. Aber nicht nur die Bear­bei­tungszeit, auch die Rekla­ma­ti­ons­quote auf­grund unvoll­stän­diger Lie­fe­rungen wird hier­durch wesentlich beein­flusst. Um eine hohe Kom­mis­sio­nier­leistung zu erzielen, bietet sich das Prinzip Ware-zu-Person an. Die Ware wird auto­ma­ti­siert mit­hilfe von För­der­technik und z.B. fah­rer­losen Trans­port­sys­temen zum Kom­mis­sio­nier­platz befördert. Der Kom­mis­sio­nierer kann die vom System vor­ge­geben Arti­kel­menge ent­nehmen. Durch die Redu­zierung der Weg­zeiten haben Kom­mis­sio­nierer kürzere Laufwege und eine geringere kör­per­liche Belastung. Zudem wird durch auto­ma­ti­sierte Ent­nah­me­systeme die Feh­ler­an­fäl­ligkeit redu­ziert. Dieses Prinzip wird u.a. bei auto­ma­ti­sierten Hoch­re­gal­lagern und auto­ma­ti­sierten Klein­teile- und Palet­ten­lagern ein­ge­setzt.

Pick-by-light

Der eigent­liche Kom­mis­sio­nier­vorgang, d.h. die Ent­nahme einer Teil­menge, das Picking, kann sowohl manuell als auch auto­ma­ti­siert erfolgen. Bei manu­ellem Picking ist es wichtig, dass der Mit­ar­beiter ein­deutig über die Ent­nah­me­menge, den Ent­nahme- und Abla­geort infor­miert wird. Dies geschieht häufig durch den Einsatz der papier­losen Kom­mis­sionier Methoden Pick-by-light für das Ent­nehmen und Put-to-light für das Ablegen. Eine Lampe oder eine Laser­mar­kierung signa­li­siert dem Kom­mis­sio­nierer, an welcher Stelle er Artikel ent­nehmen muss (Pick-by-light), während ein Display die Menge anzeigt. Der Abla­geort kann dabei eben­falls per Lampe ange­zeigt werden (Put-to-light). Ein­ge­setzt in einem Lager­system mit kurzen Lauf­wegen, wie z.B. einem Klein­tei­le­lager ist dieser Ansatz sehr effi­zient und ver­ringert durch die Anzeige der Ent­nah­me­menge und des Ent­nah­me­ortes die Feh­lerrate.

Case Picking durch Robotik

Die Auto­ma­ti­sierung in der Kom­mis­sio­nierung mittels Roboter ist eine Ent­wicklung, die in den ver­gan­genen Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. Als moderne Hightech-Geräte sind sie mit Vision-Sys­temen aus­ge­stattet, die mit prä­zisen variablen Greif­werk­zeugen für das Picken, Plat­zieren und Handling unter­schied­lichste dimen­sio­nierte Pro­dukte aus­ge­stattet sind und kom­plett in die intra­lo­gis­ti­schen Pro­zesse inte­griert werden. Dennoch lassen sich gerade diese Systeme nicht kon­textlos betrachten, sondern sind unter Ein­bezug des gesamten intra­lo­gis­ti­schen Systems zu planen und aus­zu­legen. Deshalb ist es besonders wichtig zu ana­ly­sieren, an welcher Stelle eine Auto­ma­ti­sierung Sinn macht, damit die gewünschte Opti­mierung auch ein­tritt. Hierbei wird der kom­plette Kom­mis­sio­nier­prozess betrachtet und überlegt, an welcher Stelle der größte Nutzen ist. So kann der Einsatz von Robotik, gerade bei hoher Kom­mis­sio­nier­leistung, Fehler und die Belastung durch schwere kör­per­liche Arbeit ver­ringern, was lang­fristig Kosten ein­spart.

Hoch­dy­na­mische Kom­mis­sio­nierung mit einem Shut­t­le­lager

Ein auto­ma­ti­siertes Shuttle System eignet sich besonders gut, wenn ein mög­lichst hoher Durchsatz erreicht werden muss. Das Ware-zu-Person System ermög­licht von ein­facher bis vierfach tiefer Lager­tiefe für Stan­dard­ge­binde, Trays und Kartons. Im Wei­teren kann es eben­falls in Kühl­lager-Umge­bungen bei Tem­pe­ra­turen bis 0 °C ein­ge­setzt werden. Dank langer Gassen (bis 150 m) und einer maxi­malen Höhe von bis zu 25 m, lassen sich die ver­füg­baren Lager­flächen optimal aus­nutzen und die Anzahl der Gassen redu­zieren. Ein gut geplantes Shuttle-System kann zur Ver­sorgung von Ware-zu-Person-Kom­mis­sio­nier­plätzen, als Zwi­schen­puffer für die Auf­trags­kon­so­li­dierung oder Kom­bi­nation aus beidem ein­ge­setzt werden. Mit einer zusätz­lichen auto­ma­ti­sierten Palet­ten­kom­mis­sio­nier­lösung sowie der Kom­bi­nation mit einem Roboter können Sie Ihre Effi­zienz bei der Kom­mis­sio­nierung weiter erhöhen. Fol­gende Vor­teile können Sie mit dem Einsatz eines Shut­t­le­lagers erreichen:
  • Optimale Raum­aus­nutzung durch kom­pakte Bau­weise
  • Eine nahtlose Inte­gration in andere Sub­systeme ist gewähr­leistet
  • Schneller und ein­facher War­tungs­zugang zu den Gassen
  • Jede Gasse kann pro Ebene für die Wartung ausser Betrieb genommen werden. Somit kann die Sys­tem­ver­füg­barkeit erhöht werden
  • Zukunfts­sicher: Erhöhen Sie die Leistung Ihres Lagers, indem Sie von einem Ware-zu-Mensch zu einem Ware-zu-Roboter Prinzip wechseln
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